ORGANISATION

Die neue 3-fach Sporthalle befindet sich im südöstlichen Teil der Stadt Thun und ist an der Westseite des Grundstückes parallel zur Frutigenstrasse platziert. Die Ausrichtung der kleinteiligen Wohnbauten an der Marienstrasse wird weitergeführt und erhält durch den Neubau einen Abschluss zur Hauptstrasse. Durch das Absenken der Halle fügt sich das Volumen, trotz seiner Größe, geschickt in das Wohnquartier ein. Auf der Ostseite wird der Bau durch einen Vorplatz gefasst, welcher die Parkierung aufnimmt. Die Aussenflächen östlich des Gebäudes werden als Rasen-und Beachvolleyballfeld genutzt. Eine Hallenerweiterung wird dort gewährleistet. Mit einer kompakten und einfachen Organisation der Grundrisse wird eine logische Wegführung erreicht. Der Besucher betritt das Gebäude über die Marienstrasse, erreicht die lange Galerie mit Sicht in die Halle und gelangt direkt zu den Garderoben, daneben führen zwei Treppen vom Erdgeschoss in die Hallenebene.

MATERIALISIERUNG

Das Gebäude ist ab Oberkante des Terrains aus Holz erstellt und mit einer feingliederigen unbehandelten Holzfassade verkleidet, welche mit dem Laufe der Zeit natürlich verwittert und sich dem Silber der Aluminiumfensterprofile annähert. Die vertikalen Lisenen zwischen den Fenstern und den horizontalen Holzbrettern zeichnen das Raster des Gebäudes gegen alle Seiten nach aussen ab. Die grossen Flächen werden dadurch gegliedert und erhalten einen menschlichen Massstab.

Der Hallenraum erhält durch die großzügigen Verglasungen und die Repetition der einzelnen Elemente eine lichtdurchflutete und ruhige Atmosphäre. Dieser Ausdruck wird durch die Beschränkung auf eine kleine Anzahl unterschiedlicher Oberflächenmaterialien weiter gestärkt. Die Wände der Halle und die Dachträger sind im Fichtenholz ausgeführt, der Garderobenkörper in Beton. Das Gelbbraun des Holzes und das Grau des Betons sind mit einem hellgrünen Sportboden in der Halle kombiniert. Die Sporthalle war die erste nach Minergie-P-ECO-Standard realisierte und zertifizierte Halle in der Schweiz. Die energetischen Bedingungen sind im Vergleich zum normalen Minergie-Standard erheblich strenger und erfordern innovative und zum Teil unkonventionelle Ansätze unter Einhaltung ökologisch- und gesundheitsbezogener Kriterien.

INFO

Gesamtleistungwettbewerb, 2009, 1. Rang
Bauherrschaft: Amt für Gebäude und Grundstücke des Kantons Bern
Architektur: maj Architekten ag, Bern
Landschaftsarchitektur: weber + brönnimann ag, Bern
Generalunternehmer: HRS Real Estate AG, Bern
Bauingenieur: B + S Ingenieure AG, Bern
Haustechnik: IEM Ingenieure AG, Thun
Holzbau: ERNE AG, Laufenburg
Fotografie: Christian Helmle, Thun
Gesamtkosten: 10,7 Mio.
Volumen: 18’720 m3
Baubeginn: August 2010
Bauende: August 2011

 

 

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