2016 offener Wettbewerb

Das Städtli von Steckborn ist geprägt durch einzelne Bauten, welche sehr dicht neben bzw. aneinander stehen. Das klare Abzeichnen der einzelnen Häuser sowie die enge Bauweise machen für uns die Atmosphäre und Qualität der Altstadt aus. Aus diesen Überlegungen bauen wir vier einzelne Häuser, welche aneinander gebaut sind. Es werden gegenseitige Bezüge gemacht – es wird aufeinander Rücksicht genommen – ohne jedoch die Eigenständigkeit zu verlieren. Zur Seestrasse hin sind die Baulinien vorgegeben. Eine leichte Ausbuchtung am Haus 99 reagiert zusammen mit der stehenden Fassade und der Übereck- Befensterung auf den kleinen Platz mit dem Brunnen. Zur Kirchgasse hin wird die ursprüngliche Zweiteilung wieder hergestellt. Ein halbprivater Durchgang erschliesst die 2 Häuser und lässt den Blick in den Innenhof zu. Die Fassaden zum südseitigen Hofraum hin sind so zueinander verschoben, dass beinahe alle Wohnungen einen privaten Aussenraum zum Hof hin erhalten. Der Bau an der Spiegelgasse wird abgebrochen und durch einen zweigeschossigen Bau mit Giebeldach ersetzt, welcher den Hofraum wieder zur Spiegelgasse hin fasst. Im den Erdgeschossen befinden sich zur Strasse orientiert die Gewerbeflächen mit separaten Zugängen. Zum Innenhof hin werden die Nebenräume und Lagerflächen sowie die Technik platziert. Diese Flächen sind so organisiert, dass sie sowohl dem Gewerbe als auch den Wohnungen zugeteilt werden können.

In den drei Obergeschossen befinden sich jeweils die Wohnungen. Jedes Haus wird einzeln erschlossen. Der Zugang des Hauses an der Seestrasse 101 befindet sich strassenseitig mit Durchgang zum Hof. Beim schmalen Haus sowie dem Hofhaus befindet sich der Zugang über die Spiegelgasse und den Innenhof. Das Eckhaus wird über den Hofdurchgang von der Kirchgasse erschlossen. Jedes Haus hat im Dachgeschoss noch zusätzliche Lagerflächen, welche auch mit dem Lift erschlossen werden könnten.

 

Die vier Häuser haben unterschiedliche Qualitäten, welche sich auch in den jeweiligen Wohnungen wiederspiegeln.

Bei Haus 103 ist die schmale Grundfläche das prägende Element. Das mittige Treppenhaus zoniert die drei Geschosswohnungen. Es werden auf den beiden Fassadenseiten jeweils zwei Räume platziert, welche über eine interne Verbindungen auf verschiedenste Arten genutzt werden können. Die Wohnung ist kompakt und die Zimmer sind eher klein. Die Idee dahinter ist, diese beiden Nischenzimmer je nach Bewohner und Lebensgefühl unterschiedlich nutzen zu können. Zum Innenhof hin werden die Wohnungen mit französischen Fenstern auf einen schmalen Balkon hin geöffnet. Im Sommer kann damit beinahe im Aussenraum gekocht und gewohnt werden.

Das mittige Haus 101 wirkt stattlich mit der grossen Gaube und dem hohen Dach. Es werden pro Geschoss jeweils zwei Wohnungen angeordnet, beide mit einem zentralen beidseitig orientierten Raum, welcher die Zimmer erschliesst. Die Badezimmer, sowie die Garderobe und das Reduit sind in der Mitte platziert. Die Küchen orientieren sich zum Hof und die grosse Loggia schafft für beide Wohnungen noch ein zusätzliches Aussenzimmer.

Das Haus Nummer 99 (mit dem prägnanten Eckzimmer) wird über den Durchgang zum Hof an der Kirchgasse erschlossen. Es werden pro Geschoss jeweils 2 bzw. 1 Wohnungen platziert. Die Grundrisse sind geprägt von diagonalen Querbezügen, welche die gesamte Tiefe der Wohnungen erfahrbar machen. Die kreuzartige Anordnung der Wohn-, Ess- und Kochbereiche schafft Nischen innerhalb des fliessenden Raumes.

Das Haus an der Kirchgasse 2 teilt sich das Treppenhaus mit dem Eckhaus und wird auch über den Hofdurchgang erschlossen. Es werden drei Geschosswohnungen angeboten, welche über einen kreuzartigen Grundriss verfügen, wodurch die ganze Tiefe der Wohnung spürbar wird. Die Loggia schafft den Bezug zum Hof und lässt den Blick in die Tiefe bis zur Spiegelgasse zu.

error: Content ist geschützt!